Darsteller Dirk Weiler : Von New York und London nach Bad Gandersheim

"Sie sprechen doch Deutsch, oder?" Das wurde Dirk Weiler vor kurzem gefragt, als er zu einem Vorsprechen eingeladen wurde. Den Darsteller, der soeben für die Gandersheimer Domfestspiele engagiert wurde, macht die Frage schmunzeln, schließlich kommt er aus Deutschland und ist Deutsch auch seine Muttersprache.
Nach dem Lesen seines künstlerischen Lebenslaufes verwundert die Frage allerdings nicht mehr. In den letzten zehn Jahren lebte und arbeitete Weiler vornehmlich in New York und London. Seine Verpflichtung bei den Gandersheimer Domfestspielen ist sein erstes Engagement in Deutschland seit dem Start seiner internationalen Karriere.
Begonnen hat seine Karriere mit dem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen. Weiler entschloss sich nach dem Diplom, sein Studium in New York fortzusetzen. "Eigentlich wollte ich nur ein Jahr in New York bleiben. Doch aus einem Jahr wurden zehn, weil mir gute Jobs angeboten wurden. Dann ging ich nach London und konnte auch dort erfolgreich arbeiten."
Der Schauspieler, Sänger und Tänzer tritt in großen Musicalproduktionen ebenso auf wie in Konzerten, Soloprogrammen oder etwa im Kabarett. Seine Bandbreite an spielerischen und sängerischen Möglichkeiten kann allein schon an den Auszeichnungen abgelesen werden, die er erhielt: 1999 wurde er beispielsweise mit dem 2. Preis des Lotte Lenya Wettbewerbs für Gesang geehrt, 2006 erhielt er mit dem Kabarett Kollektif den Nightlife Award for Unique Cabaret Performance.
Und von den Weltstädten New York und London geht es nun in die beschauliche Kurstadt Bad Gandersheim? Für den weitgereisten Darsteller ist das kein Thema: Wenn man länger in New York gelebt hat, ist schon London eine kleine Stadt. Außerdem bin ich mehr oder minder auf dem Land groß geworden. Mir sind kleinere Städte also nicht fremd. Ich möchte einfach auch wieder in Deutschland auftreten und freue mich sehr auf die Domfestspiele."
Intendant Prof. Johannes Klaus konnte Dirk Weiler für "Dr. Siedler" in der Operette "Im Weißen Rößl" und für "Helmut Kaiser" in "Und es war Sommer" gewinnen. Die neue Schlagerette hat Weiler bereits gelesen und zeigt sich angetan von dem Humor, von seiner Figur und von der Liedauswahl.
Mindestens einen Anknüpfungspunkt an die Gandersheimer Domfestspiele gibt es für ihn bereits. Alexander Franzen, der im letzten Jahr Mackie Messer sang und in diesem Jahr mit seinem neuen Programm "Excursions into American Music" in die TheaterscheUne Brunshausen kommt, studierte ebenfalls ins Essen. Sicherlich trifft Dirk Weiler noch andere Kollegen in Bad Gandersheim wieder. Denn auch die Theaterwelt ist bekanntlich klein.
[sbg, 13.07.2009]
