Neben Fachleuten des Naturschutzbundes sowie des Landvolks hat auch ein Vertreter des Landkreises seine Teilnahme zugesagt. Geladen sind darüber hinaus auch der Vorhabenträger "Transpower" und Vertreter der Bürgerinitiative gegen 380 KV.
Offiziellen Mitteilungen der Regierungsvertretung in Braunschweig zufolge hat sich die Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens für die 380 KV-Höchstspannungsleitung von Wahle nach Mecklar, die mit unterschiedlichen Trassenvarianten auch das Stadtgebiet Bad Gandersheim betrifft verzögert.
Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse wird im Juni 2010 mit der Einleitung des Verfahrens gerechnet. Ursprünglich sollte der Startschuss bereits zu Beginn des Jahres 2010 erfolgen.
Aufgabe des Verfahrens ist die Klärung der Frage, ob und in welcher Trassenlage die geplante Leitung mit den Zielen und Erfordernissen der Raumordnung, niedergelegt insbesondere im Landesraumordnungsprogramm, übereinstimmt und im Einklang mit anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen durchgeführt werden kann.
Das Raumordnungsverfahren wird abgeschlossen durch die sogenannte "Landesplanerische Feststellung", eine gutachtliche Äußerung der zuständigen Landesplanungsbehörde.
Die Antragskonferenz für das Raumordnungsverfahren liegt nun bereits über zwei Jahre zurück. Das öffentliche Interesse an der Planung hat nachvollziehbarerweise nachgelassen.
Angesichts der erheblichen Auswirkungen der geplanten Höchstspannungsleitung soll nunmehr frühzeitig vor Einleitung des Verfahrens nochmals über die seinerzeit bekannt gewordenen Trassenvarianten informiert und erneut das Bewusstsein für das Ausmaß der Betroffenheit geweckt werden.
Aus diesem Anlass hat der Rat der Stadt beschlossen, eine Informationsveranstaltung durchzuführen und in diesem Rahmen durch ein möglichst alle betroffenen Fachgebiete abdeckendes Podium zu unterrichten.
Nochmals zur Erinnerung: Das zwischenzeitlich zu Transpower umfirmierte Unternehmen e.on Netz beabsichtigt von dem Umspannwerk Wahle bei Peine bis zu dem hessischen Ort Mecklar eine 380 Kilovolt-Höchstspannungsleitung zu errichten. Nach den bisher verfügbaren Informationen soll diese "Stromautobahn" als Freileitung mit 60 bis 80 m hohen Masten realisiert werden.
Neben erheblichen Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Landbewirtschaftung, werden durch die betroffenen Kommunen insbesondere erhebliche Belastungen der Bevölkerung durch elektro-magnetische Strahlung und in der Folge gesundheitliche wie auch wirtschaftliche Nachteile befürchtet.
Im Gebiet der Stadt Bad Gandersheim wurden bislang unterschiedlichste Trassenvarianten betrachtet, kaum ein Ortsteil kann sich daher als nicht betroffen einschätzen.
Neben der sogenannten "Vorzugstrasse", deren Korridor im Wesentlichen der Verlauf der Autobahn 7 entspricht und somit sowohl die Ortsteile Harriehausen und Dannhausen berührt zweigt eine der Varianten nördlich von Dannhausen ab und verläuft parallel zu dem Höhenzug "Heber".
Zusätzlich betroffen durch dieses Alternative sind die Ortsteile Ackenhausen, Gremsheim, Helmscherode und Gehrenrode und in zweiter Linie Wolperode und Altgandersheim. Schließlich betrifft eine gänzlich andere Leitungsführung im westlichen Stadtgebiet den Ortsteil Heckenbeck und die Kernstadt selbst.
Während Zweifel an der Notwendigkeit der Planung wohl nicht bestehen, lautet die Forderung der betroffenen Kommunen, die Leitung umweltfreundlich als Erdkabel zu verlegen. Diesem Begehren begegnet der Vorhabenträger "Transpower" bislang insbesondere mit dem Kostenargument.
Nach seinen Darstellungen betragen die Investitionskosten für die Herstellung von Erdkabeln das 4- bis 7-fache der Aufwendungen für eine Freileitung.
Das im vergangenen Jahr in Kraft getretene Energieleitungsausbaugesetz eröffnet zwar die Möglichkeit Streckenabschnitte der Leitung Wahle/Mecklar als Erdkabel zu planen und die entstehenden Mehrkosten auf die Stromabnehmer umzulegen.
Jedoch ist die Erdverkabelung an bestimmte Voraussetzungen gebunden und kommt nur dann in Betracht, wenn bestimmte Abstände zu Wohngebäuden unterschritten werden.
In dem hiesigen, relativ dünn besiedelten ländlichen Raum muss davon ausgegangen werden, dass diese Abstände eingehalten werden können und eine Erdverkabelung nicht in Erwägung gezogen, sondern die Errichtung von Freileitungsmasten auch weiterhin favorisiert werden wird.
Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen hofft auf eine rege Teilnahme an dieser Info-Veranstaltung am 11. März um 18.30 Uhr in Dankelsheim.
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