
Die "Deutsche Bühne" ist neben "Theater heute" und "Theater der Zeit" das Presseorgan, das auch von Theatermachern intensiv studiert wird. Wer oder was hier thematisiert wird, findet in der Theaterwelt Beachtung und kann für sich Bedeutung veranschlagen.
In der Januar-Ausgabe des Magazins widmet sich nun ein Artikel dem Stück, das bei den Gandersheimer Domfestsspielen in diesem Jahr als Schauspiel gezeigt wird: "Wie im Himmel". Erzählt wird darin die Geschichte eines kleinen Ortes, deren Bewohner durch das Singen in einem Chor zu einer Gemeinschaft werden. Die bestehenden Konflikte verschwinden dabei nicht, sondern offenbaren sich erst recht.
Das Stück zeigt Menschen, die sich befreien, die zu sich finden. Die "Deutsche Bühne" unterstreicht in ihrem Artikel die hohe Emotionalität das Stoffes. Der schwedische Regisseur Kay Pollack hätte mit seinem Film ein "zum Mitfühlen liebenswürdiges Panorama menschlicher Leidenschaften und Schwächen" vorgelegt, "das ein Massenpublikum zu Tränen rührte".
Mit Bedauern berichtet das Magazin davon, dass die Rechte an diesem Stoff mittlerweile von der großen Musical-Produktionsfirma Stage Entertainment (u.a. "König der Löwen", Tarzan") gekauft wurden. Der Nachteil: Ab kommenden Sommer sind keine "Wie im Himmel"-Premieren mehr in Deutschland möglich, Repertoirevorstellungen nur noch bis 2011 erlaubt."
Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Stoff auf den Bühnen der Theater gerade zu boomen beginnt. Bielefeld spielt das Stück stets vor ausverkauftem Haus: "Bis Ende der Spielzeit werden sich ... rund 19.200 Besucher 'Wie im Himmel' gefühlt haben." Im März feiert das Stück am Staatstheater Oldenburg Premiere, dort allerdings in einer plattdeutschen Version als "As in Heven".
Das Theater hat dem Film im Falle dieses Stoffes einiges voraus, so die Deutsche Bühne: Im Theater herrscht hingegen die permanente Totale: Gruppenbild statt Nahaufnahme". Dadurch kann "sehr viel mehr vom stetig sich wandelnden Gemeinschaftsgefühl und der Gruppendynamik vermittelt werden, als es dem Film möglich war."
In der Deutschen Bühne findet auch Erwähnung, dass die Gandersheimer Domfestspiele die achte, und damit die vorerst letzte Theateradaption von "Wie im Himmel" auf die Bühne bringen. Die Inszenierung übernimmt Intendant Prof. Johannes Klaus. Premiere ist am 25. Juni 2010. Bis zum 1. August 2010 steht das Stück dann insgesamt zehn Mal auf dem Programm der Domfestspiele.
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